Tetris reloaded – Gamification in der Berliner Stadtplanung

Mit Verwunderung nehme ich bei meinen täglichen Kiez-Spaziergängen seit einigen Monaten einen Paradigmenwechsel in der Berliner Straßenbaupolitik wahr. Es ist das Ergebnis eines schleichenden Prozesses, der zunächst nur leichte Irritationen weckte, aber dann plötzlich basses Erstaunen, da er jetzt, beschleunigt und allerorten präsent, unübersehbar vor Augen tritt:

Ich meine die monatelange und gefühlt unabsehbare, vielleicht sogar finale Absperrung und Einfriedung ganzer Berliner Straßenzüge durch kilometerlanges weiß-rotes Plastik-Gitterwerk, mit dem der Autoverkehr blockiert sowie Radfahrer und Fußgänger an die Seite gedrängt und mit schmalen Durchgängen durch eine Art Mäuselabyrinth gelotst werden.

Abb. 1: Strassensperrungen am Petersburger Platz
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Das Ende der Guttenberg-Galaxis

“I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched STRG-C-beams glitter in the dark near the Tannhauser Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. [Pause] Time to die.”

aus: Blade Runner

Noch hat „Dr.“ zu Guttenberg sich nicht wirklich geoutet – als letzter heroischer Vertreter der Copy-und-Pasta-Generation, der konservativen Alternative zur abgewirtschafteten Toskanafraktion von Rot-Grün und ihrem Individualismusanspruch. Das Ende der Guttenberg-Galaxis weiterlesen

Herzlich Willkommen

Auf der Suche nach dem semantischen Nullpunkt des Internet, tief im Innersten des World Wide Web bin ich plötzlich auf die alles entscheidende Phrase gestossen, den imaginären Mittelpunkt zumindest des deutschen Internets. Wie so oft im Leben, lag das Ziel direkt vor Augen, ich hatte es nur ignoriert: Der vernichtende Satz heisst schlicht und einfach: „Herzlich Willkommen“.

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Die unsichtbare Mauer

Verkehrspolitik in Berlin ist ein spannendes Thema. Nicht nur die tägliche Erfahrung des geschickten Mixes sinnloser Spontanbaustellen, die auch sämtliche Schleichwege, die labyrinthisch um chronische Dauerbaustellen führen, zuverlässig verstopfen, ringt einem immer wieder Staunen über die planerischen Geschicke der Verantwortlichen ab. Stets dafür zu sorgen, dass Verspätungen pünktlich und unvermeidbar sind – sämtliche lokalen Strassenbauunternehmen fleissig mit Dauerparkplätzen für Baufahrzeuge und –Material zu versorgen und wichtige Durchgangsstrassen regelmässig umzugraben wie sonst nur Äcker – das gibt es so nur in Berlin.

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